TSV 1860 Rosenheim II - VfL Waldkraiburg 2:1 (0:1)

Unvermögen und Fehlentscheidung führten zur Niederlage in Rosenheim

DruckversionEinem Freund senden
  • Aufgrund der Verletzung von Barne Auer stand Klaus Dungel erstmals im Kasten des VfL - war chancenlos bei den Gegentreffern
    Aufgrund der Verletzung von Barne Auer stand Klaus Dungel erstmals im Kasten des VfL - war chancenlos bei den Gegentreffern

Auf der einen Seite enttäuscht und auf der anderen Seite außer sich, waren die Waldkraiburger Spieler, Offiziellen und Zuschauer nach der 2:1 Niederlage am späten Samstagnachmittag beim TSV 1860 Rosenheim II. Der VfL führte zur Pause verdient mit 1:0, verpasste es aber vor und auch dem Seitenwechsel den Sack zu zumachen. Beste Möglichkeiten wurden ausgelassen. Wie aus dem Nichts der Ausgleich eine Viertelstunde vor Schluss. In der Nachspielzeit erzielten die Hausherren den Siegtreffer durch einen verwandelten Foulmeter, der nie und nimmer nicht gegeben hätte werden dürfen.
Bereits vor Spielbeginn die erste Hiobsbotschaft für den VfL. Barne Auer, der etatmäßige Torhüter, musste passen, zu stark waren die Schmerzen in seinem umgeknickten Fuß. Deshalb kam Klaus Dungel zu seinem ersten Einsatz, da auch Ersatztorhüter Andreas Oglesby nicht zur Verfügung stand. An ihm lag es aber nicht, dass der VfL beim Vorletzten Rosenheim verloren hat. Dungel machte seine Sache gut und war bei den Gegentreffern machtlos. Von Beginn an  kontrollierten die Industriestädter das Spiel, konnten sich aber nur wenige Möglichkeiten erarbeiten. Nach einer guten halben Stunde gab es einen Freistoß für den VfL aus aussichtsreicher Position. Nachdem Jure Loboda und Sergio Popa über den Ball liefen schoss Liviu Pantea, doch der Ball ging in die Mauer. Blitzschnell reagierte Pantea, schnappte sich das Leder, umkurvte die Mauer, drang seitlich in den 16er und versenkte den Ball im langen Eck (33.). Kurz drauf ist Dungel zur Stelle und faustete den Ball nach einer Ecke vor einem einköpfbereiten TSVler weg. Vor der Pause hätte Jure Loboda fast noch das 2:0 erzielt, doch sein Volleyschuss aus halbrechter Position strich nur Millimeter am Pfosten vorbei.
Nach dem Wechsel hatten die Hausherren die erste Chance, aber der Kopfball verfehlte sein Ziel. In der 55. Minute die erste krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns, das nicht seinen besten Tag hatte. Einen langen Ball von Andy Balck pflückte ein Rosenheimer Abwehrspieler, in Torhütermanier, aus der Luft, vor dem durchstartenden Matti Szczuka. Eine glasklare Rote Karte, aber nicht einmal Gelb gab es – unverständlich! Den anschließenden Freistoß aus knapp 30 Metern nagelte Sergio Popa an den Pfosten. Kurz drauf reklamieren die Rosenheimer zu Recht auf Abseits, doch Schiedsrichterin Cordula Gangl ließ weiterspielen. Liviu Pantea flankte mustergültig auf den heranstürmenden Matti Szczuka, doch dessen Kopfball strich hauchdünn über die Latte. Dann kam der zur Halbzeit eingewechselte Tommi Haindl im 16er frei zum Schuss, doch auch er traf das Tor nicht. Nach einem Freistoß von Sergio Popa flankte Pantea erneut auf Szczuka. Mit einer Glanzparade lenkte Goali Mateusz Trochanowski den Ball zur Ecke. Diese zirkelte Liviu Pantea direkt an den Pfosten, aber der Ball war zuvor im aus. Chancen im Minutentakt, doch das 2:0 wollte einfach nicht fallen. So kam es, wie es kommen musste - der Ausgleich wie aus dem Nichts! Ein langer Ball in den VfL Strafraum, der abprallende Ball fiel dem kurz zuvor eingewechselten David Ounugwe vor die Füße und der hatte keine Mühe das Tor zum 1:1 zu erzielen (74.). Der VfL gab aber nicht auf. Balck schickte Haindl steil, der direkt von der Strafraumkante abzog, doch wieder ging der Ball nur knapp am Tor vorbei. Es war zum Haare raufen, was der VfL für Chancen aus ließ. In der Nachspielzeit dann der krönende Abschluss an Fehlentscheidungen. Rosenheim im Angriff, der Ball kam in den Strafraum, Raimi Stuiber klärte vor seinem Gegenspieler zur Ecke, die vom Linienrichter auch so angezeigt wurde. Auf das energische Zurufen des TSV Coach Ralf Santelli revidiert der Linienrichter seine Entscheidung, sprach mit seiner Schiedsrichterkollegin und es gab Elfmeter für Hausherren. Obendrein bekam Stuiber für seinen Klärungsversuch noch Gelb. Den Strafstoß verwandelte Linor Shabani sicher zum 2:1 Endstand, da danach Schluss war.
Nicht nur die Zuschauer, auch die Offiziellen aus Waldkraiburg waren außer sich. Sicherlich hat der VfL durch mangelnde Chancenauswertung verpasst den Sack frühzeitig zu zumachen. Aber die Art und Weise, die dann zur völlig unverdienten Niederlage führte, da hatte das Schiedsrichtergespann schon ein gewaltiges Stück dazu beigetragen. Nicht geahndete Fouls, nicht nachvollziehbare Abseits- und Einwurfentscheidungen auf beiden Seiten - eigentlich war das Schiedsrichtergespann zu keinem Zeitpunkt auf der Höhe des Spielgeschehens.
 
Spielstatistik:
Aufstellungen:
VfL: 22 Dungel, 2 Stuiber, 3 Tuculea, 4 Traunsberger, 5 Hadzic (C), 6 Balck, 7 Pantea, 8 Popa, 9 Cossu (ab 46. 14 Haindl), 10 Loboda (ab 86. 13 Helldobler), 11 Szczuka (ab 69. 15 Keri)
TSV 1860 II: 1 Trochanowski, 2 Blätter, 3 Brehme, 4 Shabani, 5 Ari (C), 6 Huber, 7 Komazin, 8 Eminoglu, 9 da Costa Barros, 10 Glasl (ab 58. 13 Ounugwe), 11 Novy  
Tore: 0:1 Pantea (33.), 1:1 Ounugwe (74.) und 2:1 Shabani (90.+2) Elfmeter
beste Spieler:  kompakte Teamleistung (VfL)
besondere Vorkommnisse: -
Schiedsrichter: SR: Cordula Gangl (Karlsfeld), A1: Philip Donath, A2: Benjamin Klinke
Zuschauer:  > 50 (fast alle aus Waldkraiburg)