SV Amerang - VfL Waldkraiburg 1:2 (1:1)

VfL gewinnt die Abstiegsschlacht in Amerang

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  • Matchwinner Markus Gibis spielte nach seinem Rücktritt als Trainer wie befreit auf und erzielte den Siegtreffer
    Matchwinner Markus Gibis spielte nach seinem Rücktritt als Trainer wie befreit auf und erzielte den Siegtreffer

Nach dem Debakel von letzter Woche und dem Rücktritt des Trainerduos unter der Woche zeigte der VfL Waldkraiburg Moral gewann am Sonntagnachmittag das Abstiegsduell beim SV Amerang mit 2:1. Es war das erwartete hart umkämpfte Spiel, bei dem der VfL wieder einmal einen Rückstand in einen Sieg drehte. Der Aufsteiger, der seine spielerischen Defizite mit übertriebener Härte wettzumachen versuchte, ging in der 25. Minute in Führung. Bereits zehn Minuten später erzielte Liviu Pantea nach einem Abschlag von Doman Bozjak den Ausgleich. In der zweiten Hälfte dominierten die Industriestädter und erzielten durch Markus Gibis (68.) den verdienten Siegtreffer. Bei einer besseren Chancenauswertung hätte dieser auch durchaus höher ausfallen können, doch letztendlich zählen nur die drei so wichtigen Punkte gegen Abstiegskampf.
Auf dem schwer und schlecht zu bespielenden Fußballplatz des SV Amerang, stellte das Interimsduo Andreas Marksteiner und Alois Gremaud den VfL gut ein. Sie wussten, dass man mit einem technisch versierten Fußball auf dem kleineren Spielfeld mit zu Rande kommt und forderten von ihrem Team mit langen Bällen zu operieren. Anfangs tat sich der VfL mit der Umsetzung schwer, da die Hausherren fast jeden Passversuch mit einem Foul unterbanden. Da das Schiedsrichtergespann sehr viel durchgehen ließ, entwickelte sich eine regelrechte Abstiegsschlacht mit nur sehr wenigen Strafraumszenen. In der 25. Minute der erste Torschuss des SV Amerang, doch Tobias Voit scheiterte an Doman Bozjak. Sekunden später war der Waldkraiburger Schlussmann aber geschlagen. Nach einer Flanke von Rechtsaußen, stand plötzlich Florian Grulke völlig frei im Gästestrafraum und schob den Ball überlegt an Bozjak vorbei ins Eck zur 1:0 Führung. Das war erst das siebte Saisontor des Aufsteigers in dieser Saison und das erste nach über 300 torlosen Minuten. Fünf Minuten später hätte es eigentlich schon die erste Rote Karte geben müssen. Nach dem überharten Einsatz von Spielertrainer Thomas Kasperetti, nahe der Mittellinie, musste Markus Gibis minutenlang behandelt werden, konnte aber glücklicherweise weiterspielen. Schiedsrichter Dominik von Maffei beließ es bei einer Ermahnung und einer Gelben Karte. In der 35. Minute erzielte der VfL mit seiner ersten richtigen Torchance den Ausgleich. Mit einem weiten Abschlag schickte Doman Bozjak Liviu Pantea auf die Reise. Der drang in den Strafraum ein, setzte sich dabei gegen zwei Gegenspieler durch und erzielte aus kurzer Distanz das 1:1. Jetzt übernahmen die Gäste das Zepter und erspielten sich noch vor der Pause vier Möglichkeiten, die sie aber alle ungenutzt ließen.  Zuerst ging der Kopfball von Gibis übers Tor, dann der von Kukucska nach einem Pantea Freistoss aus 30 Metern. Ebenso der angeschnittene Schuss von Pantea nach einem gelungenen Doppelpass mit Gibis. In der Nachspielzeit scheiterte der aufgerückte Kapitän Benny Hadzic mit seinem Kopfball.
Gleich nach dem Seitenwechsel hatte Gerry Kukucska die Führung auf dem Fuß, doch er brachte nach der Hereingabe von Patrick Keri den Ball aus kürzester Entfernung nicht im Tor unter. In den folgenden Minuten regierte wieder die Härte und der SVA kassierte binnen weniger Minuten drei Gelbe Karten. Nach 20 gespielten Minuten in der zweiten Hälfte, hatte Patrick Keri die Möglichkeit zur Führung, doch er wurde nach dem langen Ball von Markus Gibis zu weit nach außen abgedrängt. Drei Minuten später wieder ein weiter Pass in den Strafraum, diesmal von Raimi Stuiber, doch der Schuss von Kukucska wurde zur Ecke abgefälscht. Aus dieser entstand die nächste Ecke für den VfL mit schwerwiegenden Folgen für die Hausherren. Markus Gibis, der nach seinem Trainerrücktritt wie befreit aufspielte und einer der Besten auf dem Platz war, erzielte fast vom Elfmeterpunkt die Führung der Gäste. Nur fünf Minuten später dezimierte sich der SVA selbst. Der erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Florian Stöckelhuber sah nach einem überharten Einsatz gegen Nikola Novak völlig zu Recht die Ampelkarte. Gegen nunmehr zehn Mann ließ der VfL nichts mehr anbrennen, verpasste es aber, das Ergebnis höher zu stellen. Novaks Direktabnahme aus 25 Metern drehte sich gefährlich ans Tor vorbei. Dann scheiterten Kukucska und zweimal Loboda an Torhüter Andreas Dumpler. In der Nachspielzeit versuchte der kurz zuvor eingewechselte Mitch Cossu, nach einem Einwurf von Markus Gibis, den erst 18-jährigen Schlussmann der Hausherren zu überlupfen, doch der lenkte den Ball mit den Fingerspitzen ab und fiel auf die Latte. Kurz darauf beendete der Schiedsrichter die Partie.
Völlig verdient verließ der VfL den Platz als Sieger und sicherte sich drei wertvolle Punkte. Für den Aufsteiger wird dagegen die Luft immer dünner, bereits 12 Punkte trennen ihn von dem Relegationsplatz.  Das Interimstrainergespann  Marksteiner / Gremaud zeigten sich nach dem geglückten Start erleichtert und waren mit der Leistung, dem Einsatz und der Umsetzung der Taktik sehr zufrieden. Der erste Schritt ist also getan und der zweite soll nächste Woche beim Derby gegen den TSV Ampfing gemacht werden.
 
Aufstellungen:
VfL: 22 Bozjak, 2 Traunsberger, 3 Novak, 4 Stuiber, 5 Hadzic (C), 6 Balck, 7 Pantea, 8 Keri (ab 94. 14 Kraus), 9 Gibis, 10 Loboda, 11 Kukucska (ab 88. 12 Cossu)
SVA: 1 Dumpler, 3 Kleinhuber (ab 46. 9 Stöckelhuber), 4 Seidel, 5 Rechl (ab 59. 13 Roßwurm), 6 Voit Th., 7 Voit Ch., 8 Lindner, 10 Kasparetti, 11 Schmid (ab 76. 18 Pfeilstetter), 12 Oberauer, 14 Grulke
Tore: 1:0 Grulke (25.), 1:1 Pantea (35.) und 1:2 Gibis (68.)
besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte: Stöckelhuber (SVA/73.)
Schiedsrichter: Dominik von Maffei (Miesbach), A1: Henrik Kellinghaus, A2: Adolf Schuster;
Zuschauer: ca. 200